Alexandra Maritza Wachter zählt zu den bekanntesten Politikjournalistinnen Österreichs. Die am 4. November 1989 in Innsbruck geborene Moderatorin präsentiert seit Ende 2022 die Nachrichtensendungen der „Zeit im Bild” im ORF und gehört seit April 2025 zum Moderationsteam des wöchentlichen „ZIB Talk” auf ORF 2. Einem Millionenpublikum wurde sie spätestens durch die Moderation der Wahlduelle und der Elefantenrunde zur Nationalratswahl 2024 bekannt, die sie gemeinsam mit Susanne Schnabl führte.
Wachters Weg dorthin verlief nicht geradlinig. Sie wurde mit 19 Jahren Mutter, hatte kurz zuvor ihren Vater verloren und war zeitweise auf Sozialleistungen angewiesen. In einem Interview mit dem „Standard” im August 2024 sagte sie: „Ich weiß, was es bedeutet, wenn man nicht weiß, ob man an der Supermarktkassa zahlen kann. Das ist superhart und prägt einen.”
Kindheit zwischen Innsbruck und Mexiko-Stadt
Als Tochter einer Mexikanerin und eines Vorarlbergers wuchs Wachter mit ihrer älteren Schwester Daniela in Innsbruck auf und verbrachte regelmäßig Zeit in Mexiko-Stadt. Sie besuchte das Akademische Gymnasium Innsbruck. Einen Tag vor ihrem 17. Geburtstag starb ihr Vater an einem Herzinfarkt – nachdem die Werbeagentur der Eltern zuvor in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. „Und dann ist alles zusammengebrochen, wir haben finanziell eine riesige Krise gehabt, haben unser Haus verloren”, erinnerte sie sich im Porträt des Nachrichtenmagazins News.
Eineinhalb Jahre später, mit 19, bekam Wachter ihre erste Tochter. Sie holte die Matura am Abendgymnasium Innsbruck nach und begann das Studium der Politikwissenschaften an der Universität Innsbruck. Ihre Schwester Daniela Wachter arbeitet heute als freie Journalistin in Mexiko-Stadt, unter anderem für SRF, RTL und ARD.
Von Tirol TV über Puls 4 zum ORF
Ihren Einstieg in den Journalismus fand Wachter 2013 mit einem Praktikum beim ORF Tirol und einer Anstellung beim neu gegründeten Tirol TV. Im August 2015 wechselte sie zum Privatsender Puls 4 nach Wien und arbeitete dort sieben Jahre lang als Politikjournalistin und Nachrichtenmoderatorin – auf Puls 4, Puls 24, ProSieben Austria und SAT.1 Österreich. Sie begleitete die Bundespräsidentschaftswahl 2016, die Nationalratswahlen 2017 und 2019 sowie die Wien-Wahl 2020.
Im Juli 2020 erregte ein Interview mit dem damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz auf Puls 24 überregionale Aufmerksamkeit. Wachter befragte Kurz zu den EU-Budgetverhandlungen und den Corona-Maßnahmen. Seine Reaktion – „Aber Sie haben ja ein eigenes Hirn” – und die anschließende Debatte über eine versuchte Einflussnahme auf die Ausstrahlung beschäftigten mehrere österreichische und deutsche Medien. Die Süddeutsche Zeitung beschrieb Wachters Interviewführung als „hartnäckig insistierend”.
Am 8. September 2021 erhielt sie an einem Tag gleich zwei Auszeichnungen: den Walther-Rode-Preis und den Robert-Hochner-Preis. Die Hochner-Preis-Jury würdigte ihre akribische Vorbereitung und ihre faktenbasierte Interviewführung. Bereits 2017 war sie für ihre Dokumentation „Jenische in Österreich – fremd im eigenen Land” mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Anerkennungspreis ausgezeichnet worden.
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Nationalratswahl 2024 und der ZIB Talk
Im Oktober 2022 wechselte Wachter zum ORF und wurde Teil der Innenpolitik-Redaktion der „Zeit im Bild”. Sie übernahm die ZIB-Kurzausgaben am Morgen, die ZIB 13 und ZIB-Spezial-Sendungen. Im April 2024 gab der ORF bekannt, dass Wachter und Susanne Schnabl gemeinsam die TV-Wahlduelle und die Elefantenrunde zur Nationalratswahl am 29. September 2024 moderieren würden. Für Wachter war es die erste Moderation von Wahlduellen im ORF.
Im September 2024 berichtete sie außerdem für das „WELTjournal” aus der mexikanischen Grenzstadt Tijuana über die illegale Migration in die USA – eine Reportage, die ihre journalistische Bandbreite über die Studiomoderation hinaus zeigt und an ihre mexikanischen Wurzeln anknüpft.
Seit April 2025 gehört Wachter zum Moderationsteam des „ZIB Talk”. Für ihre Arbeit in den ZIB-Sendungen wurde sie 2025 für die Romy in der Kategorie „TV-Journalismus” nominiert.
Frauennetzwerk Medien
Seit 2015 engagiert sich Wachter im Vorstand des Frauennetzwerks Medien, eines überparteilichen Vereins mit mehr als 300 Mitgliedern. Im November 2020 wurde sie zur Vorsitzenden gewählt und bildet seither gemeinsam mit Martina Madner eine Doppelspitze. Bei der Generalversammlung im Januar 2026 wurden beide einstimmig bestätigt. Wachter setzt sich für eine Frauenquote in den Führungsetagen österreichischer Medien ein und initiierte die österreichische Ausgabe der Kampagne „#ReframingQuotenfrau”. Auf ihre Anregung änderte das Branchenmagazin „Der Österreichische Journalist” im März 2021 seinen Titel in „Österreichs Journalist:in”.
Familie und Privatleben
2018 heiratete Alexandra Wachter in der Toskana ihren langjährigen Partner Philipp Tirmann, der bis 2020 als Informationsdirektor bei Puls 4 tätig war und anschließend als Wien-Geschäftsführer zur Agentur P8 Marketing wechselte. Im Mai 2021 kam die zweite Tochter des Paares zur Welt. Die Familie lebt in Wien. Parallel zu Beruf und Familie absolviert Wachter den berufsbegleitenden Masterlehrgang „Politische Kommunikation” an der Donau-Universität Krems.
Quellen: ORF Who is Who | alexandrawachter.com | news.at | heute.at | Frauennetzwerk Medien / OTS
Konrad Adam ist Autor bei The Blogus und schreibt über das Leben, die Karriere und den persönlichen Hintergrund bekannter Persönlichkeiten aus Deutschland und der internationalen Öffentlichkeit. Sein Schwerpunkt liegt auf sorgfältig recherchierten Biografien, aktuellen Karrierestationen und interessanten Fakten über Prominente. Dabei legt er Wert auf verständliche, sachliche und übersichtlich aufbereitete Inhalte.

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