Karin Magda Waigel, die erste Ehefrau des früheren Bundesfinanzministers Theo Waigel, starb am 13. Mai 2018 im Alter von 78 Jahren. Woran sie gestorben ist, haben weder die Familie noch Medien öffentlich mitgeteilt. Gesichert sind ihre Lebensdaten aus den Traueranzeigen, die Merkur und tz am 15. Mai 2018 und die Süddeutsche Zeitung am 16. Mai 2018 veröffentlichten. Danach wurde sie am 30. Dezember 1939 geboren.
Bekannt wurde Karin Waigel als Ehefrau des CSU-Politikers, mit dem sie von 1966 bis 1993 verheiratet war. Waigel war von 1988 bis 1999 CSU-Vorsitzender und von 1989 bis 1998 Bundesfinanzminister. Die beiden haben zwei Kinder, Birgit und Christian.
Krebs, Ärztin, Tod im Jahr 2012: Diese Angaben stimmen nicht
Im Netz kursiert eine ganz andere Version ihres Lebens. Ein Online-Porträt beschreibt Karin Waigel als promovierte Ärztin, die nach jahrzehntelanger Krebserkrankung im Juli 2012 mit 68 Jahren gestorben sei. Die gemeinsame Tochter heißt dort „Konstanze“. Keine dieser Angaben hat eine Quelle, und alle widersprechen den belegten Daten. Laut Traueranzeige starb sie 2018. Mehrere Medien bezeichnen sie als Diplom-Volkswirtin. Die Tochter heißt Birgit. Konstantin heißt der Sohn, den Theo Waigel 1995 mit seiner zweiten Frau Irene Epple-Waigel bekam.
Auch ihr Geburtsname ist ungeklärt. Zwei Websites nennen zwei verschiedene Namen, und keine von beiden gibt eine Quelle an.
„Schwerkrank“: Was 1993 tatsächlich berichtet wurde
Der einzige öffentlich belegte Hinweis auf eine Krankheit stammt aus einer dpa-Meldung von 1993. Darin heißt es, Theo Waigel habe die frühere Skirennläuferin Irene Epple nach der Trennung von „seiner schwerkranken Frau Karin“ kennengelernt. Laut der Meldung war die Ehe schon 1988 nach mehr als 20 Jahren zerbrochen. Um welche Krankheit es ging, steht dort nicht.
Teile der Presse schrieben damals über angebliche Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit, über Depressionen und darüber, sie sei mit der Erziehung der Kinder überfordert. So fasst das Medienmagazin DWDL die damalige Berichterstattung rückblickend zusammen. Belegt wurden diese Vorwürfe nie, und Karin Waigel ging öffentlich nicht darauf ein. Ob die Erkrankung von damals etwas mit ihrem Tod 25 Jahre später zu tun hatte, ist nicht bekannt.
Tränen bei „Schreinemakers Live“
Ihren bekanntesten öffentlichen Auftritt hatte Karin Waigel am 21. Oktober 1993 in der Sat.1-Talkshow „Schreinemakers Live“. Eingeladen war sie, um über ihre Hilfe für rumänische Waisenkinder zu sprechen. Zehn Tage zuvor war Theo Waigel mit Irene Epple gut gelaunt bei Thomas Gottschalk aufgetreten. Moderatorin Margarethe Schreinemakers fragte unvermittelt: „Wieviel Kraft haben Sie, Frau Waigel?“ Karin Waigel begann zu weinen.
Sie antwortete nur: „Das war nicht unser Thema heute.“ Anderen Frauen in einer ähnlichen Lage wollte sie trotzdem Mut machen: „Man kann die Kraft haben, aus diesem Tief herauszukommen. Irgendwo geht’s immer weiter.“ Über ihre Ehe, ihren Mann oder dessen neue Partnerin sagte sie nichts. Die Sendung sahen im Schnitt 5,47 Millionen Menschen. 1996 sagte Schreinemakers während ihres eigenen Steuerstreits, Theo Waigel wolle sich für diesen Auftritt an ihr rächen. Waigel wies das zurück, und Beweise legte Schreinemakers nicht vor.
Ausstellung in Schwabing für das böhmische Eger
Um die Zeit der Scheidung beschrieb der Spiegel Karin Waigel als gebürtige Böhmin, die in München lebte. In ihrer Wohnung in Schwabing veranstaltete sie eine „private Weihnachtsausstellung“ mit Werken des sudetendeutschen Malers Cornelius Richter. Der Erlös war für die 1992 gegründete Academia Egrensis bestimmt. Sie wollte in Cheb, dem früheren Eger, eine internationale Begegnungsstätte für Künstler aufbauen. Ein späteres Interview, in dem Karin Waigel über ihr Leben oder ihre Gesundheit spricht, ist nicht bekannt.
Wer heute gemeint ist, wenn „Waigel“ und „gestorben“ zusammen auftauchen
Christian Waigel, 1968 in München geboren, ist Rechtsanwalt. 2016 gründete er in München eine eigene Kanzlei, in der auch sein Vater arbeitet. Über Birgit Waigel gibt es keine öffentlichen Angaben.
Theo Waigel lebt. Er wohnt mit Irene Epple-Waigel in Seeg im Ostallgäu und ist seit 2009 Ehrenvorsitzender der CSU. Im April 2026 erhielt er beim Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee den „Freiheitspreis der Medien“. Dass er manchmal selbst für tot gehalten wird, erzählte er 2023 der Augsburger Allgemeinen. Ein Mann in Tirol habe ihn erkannt und dann gesagt, der sei ja „schon gestorben“. Waigel antwortete ihm: „Sie haben recht – vor drei Jahren oder so.“
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Quellen: Traueranzeige SZ-Gedenken | DWDL | Der Spiegel | dpa via taz | Focus
Konrad Adam ist Autor bei The Blogus und schreibt über das Leben, die Karriere und den persönlichen Hintergrund bekannter Persönlichkeiten aus Deutschland und der internationalen Öffentlichkeit. Sein Schwerpunkt liegt auf sorgfältig recherchierten Biografien, aktuellen Karrierestationen und interessanten Fakten über Prominente. Dabei legt er Wert auf verständliche, sachliche und übersichtlich aufbereitete Inhalte.
