Wer ist Petra Lobinger?

Petra Lobinger, geboren als Petra Laux am 24. Januar 1967 in Weidenau (heute Stadtteil von Siegen, Nordrhein-Westfalen), ist eine ehemalige deutsche Leichtathletin. Sie spezialisierte sich auf den Dreisprung und gehörte in den 1990er-Jahren zu den stärksten Vertreterinnen dieser Disziplin in Deutschland. Durch ihre Ehe mit dem Stabhochspringer Tim Lobinger und ihre beiden Kinder – die Medienpsychologin Fee Lobinger-Onstein und den Profifußballer Lex-Tyger Lobinger – ist ihr Name bis heute im deutschen Sport präsent. Vor ihrer Ehe mit Tim Lobinger trug sie nach einer ersten Ehe mit dem Weitspringer Wolfgang Schneider zeitweise den Nachnamen Schneider.

Steckbrief

Vollständiger Name Petra Lobinger (geb. Laux, in erster Ehe Schneider)
Geburtsdatum 24. Januar 1967
Geburtsort Weidenau (Siegen), Nordrhein-Westfalen
Alter 59 Jahre
Größe 180 cm
Wettkampfgewicht 67 kg
Disziplin Dreisprung
Bestleistung Freiluft 14,31 m (6. Juni 1997, Mainz)
Bestleistung Halle 14,36 m (8. März 1997, Paris)
Vereine LAG Siegen, TSV Bayer 04 Leverkusen
Ehepartner Wolfgang Schneider (1. Ehe), Tim Lobinger (1994–2003)
Kinder Fee Kendra Lobinger (*1995), Lex-Tyger Lobinger (*1999)

Sportliche Karriere im Dreisprung

Petra Lobinger begann ihre leichtathletische Laufbahn bei der LAG Siegen und wechselte später in die Leichtathletikabteilung des TSV Bayer 04 Leverkusen, einem der traditionsreichsten deutschen Leichtathletik-Vereine. Ihre aktive Zeit fiel in eine Phase, in der sich der Frauen-Dreisprung international als vollwertige Wettkampfdisziplin etablierte – bei den Olympischen Spielen wurde er erstmals 1996 in Atlanta ausgetragen.

1992 gewann Petra Lobinger ihren ersten deutschen Meistertitel im Dreisprung. Nach einer mehrjährigen Pause auf dem Siegerpodest folgten von 1996 bis 1998 drei weitere Freiluft-Meisterschaften in Folge, ergänzt durch drei aufeinanderfolgende Hallentitel im selben Zeitraum. Insgesamt holte sie vier deutsche Meisterschaften im Freien und drei in der Halle.

Internationale Auftritte und Hallenrekord

Bei internationalen Meisterschaften blieb eine Podestplatzierung aus, doch Petra Lobinger erzielte Ergebnisse, die in der deutschen Dreisprung-Geschichte Spuren hinterließen. Bei den Weltmeisterschaften 1993 in Stuttgart – dem Wettbewerb, bei dem sie ihren späteren Ehemann Tim Lobinger kennenlernte – und bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta schied sie jeweils in der Qualifikation aus.

Ihr stärkstes internationales Ergebnis lieferte sie bei den Hallenweltmeisterschaften 1997 in Paris: Mit einer Weite von 14,36 Metern belegte sie den fünften Platz und stellte gleichzeitig einen deutschen Hallenrekord auf. Dieser Rekord hatte fast 14 Jahre lang Bestand, bis Katja Demut ihn 2011 übertraf. Ihre Freiluftbestleistung von 14,31 Metern erzielte sie am 6. Juni 1997 in Mainz. Bei den Halleneuropameisterschaften 1998 in Valencia erreichte sie den achten Rang.

Ehe mit Tim Lobinger

Petra Laux und Tim Lobinger lernten sich 1993 bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Stuttgart kennen. Beide vertraten Deutschland – sie im Dreisprung, er im Stabhochsprung. 1994 heirateten sie. Die Verbindung zweier Spitzenathleten in verschiedenen Sprungdisziplinen machte die Lobingers zu einer der bekanntesten Sportfamilien Deutschlands in den 1990er-Jahren.

Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Tochter Fee Kendra, geboren am 28. Februar 1995, und Sohn Lex-Tyger, geboren am 22. Februar 1999 in Bonn. Die Ehe wurde 2003 geschieden.

Tim Lobinger war einer der erfolgreichsten deutschen Stabhochspringer: Hallenweltmeister 2003 in Birmingham, zweifacher Halleneuropameister (1998 Valencia, 2002 Wien), 15-facher deutscher Meister und erster Deutscher, der im Freien die 6,00-Meter-Marke übersprang (1997 und 1999 in Köln). Nach seiner aktiven Karriere arbeitete er als Athletiktrainer – unter anderem bei RB Leipzig (2012–2016) – und betreute mit seiner Firma „Believe In Your Training” Profisportler wie Joshua Kimmich.

Tim Lobingers Krankheit und Tod

Im März 2017 wurde bei Tim Lobinger ein Multiples Myelom diagnostiziert. Trotz einer zunächst erfolgreichen Stammzellentherapie und einer fast zweijährigen krebsfreien Phase kehrte die Erkrankung 2022 zurück. Im Oktober 2022 erklärte er öffentlich, dass es keine Aussicht auf Heilung mehr gebe. Am 16. Februar 2023 starb Tim Lobinger in München im Alter von 50 Jahren.

Kurz vor seinem Tod war er nach Angaben der BILD-Zeitung „frisch verliebt”. In einer seiner letzten Nachrichten schrieb er über seine neue Partnerin: „Sie ist die starke Frau an meiner Seite. Ohne meine Freundin würde ich das alles nicht schaffen.” Ihre Identität wurde nicht öffentlich gemacht. Im September 2025 wurde in seiner Heimatstadt Meckenheim eine Sportanlage nach ihm benannt.

Tochter Fee Lobinger-Onstein

Fee Kendra Lobinger, geboren am 28. Februar 1995, schlug keinen sportlichen, sondern einen akademischen Weg ein. Laut BILD arbeitet sie als Medien- und Wirtschaftspsychologin. Am 11. Juni 2022 heiratete sie den Unternehmer Jonas Onstein – ein Moment von besonderer Bedeutung, weil ihr krebskranker Vater Tim Lobinger eigens für die Zeremonie das Krankenhaus verlassen durfte, um sie zum Altar zu führen. Unterstützt wurde er dabei von Sohn Lex-Tyger. Tim Lobinger bezeichnete die Hochzeit seiner Tochter als „eines meiner Lebensziele”.

Fee trägt heute den Namen Fee Lobinger-Onstein und ist Mutter von zwei Kindern. Auf Instagram (@fee.lobinger) teilt sie Einblicke in ihr Familienleben. Kurz vor Weihnachten 2022 wurde Tim Lobinger durch die Geburt von Fees erstem Kind noch Großvater. Am 16. Februar 2026, dem dritten Todestag ihres Vaters, spendete Fee öffentlich ihre Haare zu seinen Ehren – eine Geste, über die RTL und Gala berichteten.

Sohn Lex-Tyger Lobinger

Lex-Tyger Lobinger, geboren am 22. Februar 1999 in Bonn, ist Profifußballer und spielt als Mittelstürmer. Im Gegensatz zu seinen Eltern, die beide in der Leichtathletik Karriere machten, entschied er sich früh für den Fußball. Mit 1,92 Meter Körpergröße bringt er die physischen Voraussetzungen seiner Eltern mit – Petra maß 1,80 m, Tim 1,93 m.

Seine Jugendstationen umfassten den SSV Markranstädt und 1860 München. Im Seniorenbereich spielte er für die SG Wattenscheid (Regionalliga West), Fortuna Düsseldorf II (Regionalliga) und die erste Mannschaft von Fortuna Düsseldorf (2. Bundesliga, Debüt am 8. Mai 2021). 2022 wechselte er zum 1. FC Kaiserslautern, wurde 2024 an den VfL Osnabrück verliehen und unterschrieb anschließend bei Viktoria Köln, wo er in der 3. Liga in 54 Spielen 24 Tore erzielte.

Am 3. Januar 2026 wechselte Lex-Tyger Lobinger zum MSV Duisburg (3. Liga, Vertrag bis 30. Juni 2028). Die Sportschau bezeichnete ihn nach dem 4:2-Sieg gegen den SC Verl am 8. Februar 2026 als „Duisburgs Trumpf im zweiten Anlauf”. Stand September 2026 kommt er auf 22 Einsätze und 12 Tore für den MSV – seine bislang stärkste Quote im Profifußball. Insgesamt hat Lex-Tyger in seiner Seniorenkarriere 229 Pflichtspiele absolviert und 62 Tore erzielt.

Was macht Petra Lobinger heute?

Petra Lobinger lebt abseits der Öffentlichkeit. Sie unterhält keine bekannten Social-Media-Profile und gibt keine Interviews. Die letzte öffentlich zugängliche Erwähnung stammt aus einer Sportserie der Westfälischen Post vom 8. Dezember 2020, verfasst von Carsten Loos unter dem Titel „Mit drei Sprüngen in die Geschichtsbücher”. Der Beitrag deutet auf einen Wohnort im Raum Heiligenhaus (Niederbergisches Land, NRW) hin.

Nach dem Ende ihrer aktiven Karriere hat Petra Lobinger weder als Trainerin noch in einer anderen sportnahen Funktion öffentlich in Erscheinung getreten. Über ihren heutigen Beruf ist nichts bekannt. Auch nach Tim Lobingers Tod im Februar 2023 äußerte sie sich nicht öffentlich – die mediale Trauerberichterstattung konzentrierte sich auf die gemeinsamen Kinder Fee und Lex-Tyger.

Petra Lobingers Vermächtnis im deutschen Dreisprung

Petra Lobinger gehört zu der Generation von Athletinnen, die den Frauen-Dreisprung in Deutschland als eigenständige Wettkampfdisziplin sichtbar machten. Ihre sieben nationalen Titel (vier Freiluft, drei Halle) und ihr Hallenrekord von 14,36 Metern, der von 1997 bis 2011 Bestand hatte, dokumentieren ihre sportliche Klasse. Dass beide Kinder aus ihrer Ehe mit Tim Lobinger eigene öffentliche Wege gehen – Fee als Medienpsychologin und Influencerin, Lex-Tyger als Profifußballer in der 3. Liga –, zeigt, wie nachhaltig die sportliche Prägung dieser Familie wirkt.

Mehr Blogs: Lisa Klaas


Quellen

  1. Wikipedia – Petra Lobinger
  2. Wikipedia – Tim Lobinger
  3. Wikipedia – Lex-Tyger Lobinger (en)
  4. Olympedia – Petra Lobinger
  5. Westfälische Post – „Mit drei Sprüngen in die Geschichtsbücher” (08.12.2020)
  6. Gala – „Tim Lobinger: Die Hochzeit von Tochter Fee” (04.07.2022)
  7. t-online – „Kurz vor seinem Tod: Tim Lobinger war frisch verliebt” (17.02.2023)
  8. BILD – „Tochter des krebskranken Ex-Sportlers hat Ja gesagt” (2022)
  9. Transfermarkt – Lex-Tyger Lobinger
  10. Sportschau – „Lex-Tyger Lobinger: Duisburgs Trumpf” (08.02.2026)
  11. Kicker – Lex-Tyger Lobinger Spielerprofil
  12. Gala – „Tim Lobinger: Am 3. Todestag spendet Tochter Fee ihre Haare” (2026)
  13. RTL – „Fee, Tochter von Tim Lobinger, spendet Haare” (2026)
  14. Munzinger – Petra Lobinger Biografie
  15. Radio Bonn – Sportanlage Tim Lobinger in Meckenheim (08.09.2025)

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